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Wetterauer Mundartwettbewerb 2019 in Ortenberg-Gelnhaar

Landrat Jan Weckler mit dem Wetterauer Plattschwätzer. Die Skulptur hat die Bleichenbacher Metallbildhauerin Ulrike Obenauer geschaffen. Die besten drei Beiträge werden mit dieser Skulptur ausgezeichnet.

„Enaus und enunner, ribber ans annern Gleis, enuff und enei“, so würde möglicherweise ein echter Mundartsprecher dem ortsunkundigen Bahnfahrer den Weg zwischen den Gleisen auf dem Friedberger Bahnhof erklären, wenn dieser von Nidda nach Niddatal/Assenheim reisen will. Und weil zwischen der Einfahrt des einen und der Abfahrt des anderen Zuges nur ganz wenig Zeit ist, geht das natürlich alles sehr schnell.

Im Hochdeutschen bräuchte man dafür natürlich deutlich länger: „Sie entsteigen dem Zug aus Nidda, nehmen die Treppe hinab und gleich die nächste Treppe wieder hinauf, um dann in den Zug nach Assenheim einzusteigen.“ Bis das alles erklärt ist, sieht man nur noch die roten Lichter des Zuges in Richtung Süden.

Die Mundart ist die Sprache des Herzens und die Sprache der Heimat. Allerdings wird sie immer seltener gesprochen, mitunter gilt sogar der Mundartsprecher als wenig intelligent. „Das ist ganz und gar nicht richtig“, weiß Landrat Jan Weckler. Und doch: Das Hessische ist „derb und kantig“, wie der Schauspieler Walter Renneisen sagt. Der Autor des Stückes „Deutschland, Deine Hessen“ räumt ein, dass das Hessische nicht in jedermanns Ohren gut klingt. „Und mer wisse auch noch weiter, dass se für uns so herrlisch klingt, weil ihr ja Herz und Heimat mit ihrm ganze Zauber singt.“

„Diesen Zauber wollen wir bewahren, pflegen und wir wollen ihn auch feiern“, sagt Landrat Jan Weckler, der die kleine Tradition der Wetterauer Mundartwettbewerbe fortsetzen möchte. Im nächsten Jahr soll der Wetterauer Mundartwettbewerb im Ortenberger Stadtteil Gelnhaar stattfinden.

Zehn Beiträge stellen sich dem Publikum

Am Samstag, 15 Juni 2019 heißt es dann Bühne frei für selbstgedichtete, aber auch fremde Texte, vorgetragen im schönsten Oberhessisch. Da kann man dann die Feinheiten einer Sprache kennenlernen, die sich schon in den verschiedenen Ortsteilen mancher Kommunen darstellt. Beispielweise in Florstadt, wo Mundart-Urgestein Erika Werner ein Mundartwörterbuch für die Stadtteile herausgegeben hat mit der Feststellung, dass es für manche Begriffe in jedem Ortsteil einen anderen, leicht abgewandelten Namen gibt.

Zehn Beiträge sollen am Samstag, dem 15. Juni 2019, ab 19 Uhr, im Bürgerhaus Gelnhaar, präsentiert werden. Eigene oder fremde Texte können vorgetragen werden. Der Zeitrahmen soll zwischen drei und fünf Minuten liegen. Die Einsendungen müssen zuvor in Platt und in Hochdeutsch eingereicht werden, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail, möglichst als Word-Dokument. Eine Jury wird unter den Einsendungen die Texte auswählen, die dann einem größeren Publikum präsentiert werden. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 26. April 2019.

Der Rahmen für die Veranstaltung steht schon einigermaßen fest. Die musikalische Umrahmung werden die „Brell-Osse“ übernehmen, eine Gruppe innerhalb des Gesangsvereins Gelnhaar, die sich der Musik in Mundart verschrieben hat.

„Ich rufe alle Plattschwätzer auf, sich an der Veranstaltung zu beteiligen und die Schätze unserer Sprach bewahren zu helfen. Ich freue mich schon jetzt auf eine humorvolle Heimatstunde und habe mir den Termin schon fest im Terminkalender vorgemerkt“, so Landrat Jan Weckler.

veröffentlicht am: 02.11.2018

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