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Umweltschutzpreis an Josef Tiefenbach verliehen

Von links: Kreistagsvorsitzender Armin Häuser, Susanne Siefert (Lebensgefährtin Margrafs), der Belobigte Karl-Heinz Margraf, Landrat Joachim Arnold, Umweltschutzpreisträger Josef Tiefenbach und Ehefrau Marianne, Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch, Festredner Martin Hormann.

Am gestrigen Dienstag, 24. Oktober, wurde zum 38. Mal der Umweltschutzpreis des Wetteraukreises verliehen. Preisträger in diesem Jahr ist Josef Tiefenbach aus Echzell, eine Belobigung ging an Karl-Heinz Margraf aus Limeshain.

Mit über 120 Gästen war der Plenarsaal des Kreishauses voll besetzt. Zwei Dinge kamen im Rahmen der festlichen Veranstaltung mehrfach zur Sprache: Überdurchschnittliches ehrenamtliches Engagement funktioniert nur mit Verständnis und Rückhalt in der Familie. Außerdem wurde erneut das gute Zusammenwirken aller Institutionen – haupt- und ehrenamtlicher Naturschutz sowie der Landnutzer – im Wetteraukreis gewürdigt.

Lob für gutes Zusammenspiel der Akteure

Dies hob auch Festredner Martin Hormann hervor. Der stellvertretende Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zog eine Bilanz über „Gewinner und Verlierer“. Die Trends der Vogelbestände regelmäßig zu ermitteln sei eine der Hauptaufgaben der Vogelschutzwarte, um auf Probleme reagieren zu können. In der Wetterau sei im hessenweiten Vergleich alles ein bisschen besser, was eben am Zusammenspiel der Akteure liege. „Die spektakulären Arten haben wir gut im Griff“, so Hormann und nannte Wanderfalke, Seeadler, Weiß- und Schwarzstorch als Beispiele.

Erschreckender Rückgang von ehemals häufigen Arten

Erschreckend sei aber der Rückgang von ehemals häufigen Arten, angefangen bei der Feldlerche über Kiebitz bis zum Star, dem Vogel des Jahres 2018. Betroffen seien vor allem Vogelarten der offenen Landschaft sowie Langstreckenzieher. „Wir müssen die Warnsignale ernst nehmen und nicht nur lokal, sondern überregional und global handeln“, sagte er auch im Hinblick auf den Rückgang von Insekten. Benötigt werde ein ganzheitlicher Naturschutz, um der Summe von Faktoren begegnen zu können.

Beim obligatorischen Gespräch auf den schwarzen Sofas stellten die beiden Preisträger anhand von Bildern ihre Arbeit vor. Während Josef Tiefenbach nicht nur ehrenamtlich im Naturschutz tätig war und ist, so bewegte er auch in seiner beruflichen Laufbahn im wahrsten Sinne des Wortes viel für den Naturschutz: Allein rund 90 Kleingewässer wurden im Rahmen der Schutzgebietspflege geschaffen oder erneuert. Sein Wunsch an die Kreispolitik war, dass die Untere Naturschutzbehörde immer personell so ausgestattet ist, „dass sie ihre Arbeit so gut erledigen kann wie bisher.“ Eine der größten Herausforderungen sei, das Insektensterben aufzuhalten. „Hier sollte jeder einzelne von uns mit kleinen Maßnahmen als gutem Beispiel voran gehen.“ Dem schloss sich auch Karl-Heinz Margraf an. Ihm bereitet Sorge, dass alte Obstbäume immer mehr verloren gehen. So setzt er sich seit Jahrzehnten dafür ein, nicht nur neue Bäume zu pflanzen, sondern auch die alten als Lebensraum für unzählige Tierarten zu schützen.

Landrat lobt Kontinuität

„Im Ehrenamt ist Kontinuität wichtig, damit man etwas erreicht“, hob Landrat und Naturschutzdezernent Joachim Arnold hervor. „Mit dem Umweltschutzpreis und der Belobigung wollen wir euch unsere Wertschätzung zeigen für euer langes und vielfältiges Engagement.“

Echzells Bürgermeister Wilfried Mogk dankte dem Preisträger für sein Wirken: „Es ist großartig, so engagierte Menschen in einem Ort zu haben, die auch andere mit ihrer Tätigkeit begeistern. Das macht unsere Orte lebenswert.“ Bürgermeister Adolf Ludwig (Limeshain) hob die Jugendarbeit des Belobigten hervor: „Du begeisterst gerade die Jugend mit immer neuen Themen. Als Mann der Praxis hast du den Blick für die Realität nicht verloren.“

Ein weiteres Grußwort sprach Udo Seum für die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz und den NABU Bingenheim. Durch den Abend führte Eva Langenberg, Leiterin der Fachstelle Naturschutz und Landschaftspflege. Sie dankte dem überraschten Landrat Arnold für seine Unterstützung als Naturschutzdezernent in den vergangenen Jahren mit einem Buchgeschenk. Musikalisch begleitet wurde der Abend durch das Gitarrenduo Saitenzeit, der mit einem Spätimbiss ausklang.

veröffentlicht am: 25.10.2017

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