Die Region Wetterau

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Modellregion Inklusive Bildung im Wetteraukreis geht zu Ende

Volles Haus in der Kurt-Schumacher Schule Karben zur Abschlussveranstaltung Modellregion Inklusion Wetterau rechts im Bild: Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz, Schuldezernent Jan Weckler und Sozialdezernentin Stephanie Becker Bösch.

Kurz vor Ende der fünfjährigen Projektlaufzeit hat gemeinsam mit Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz die Abschlussveranstaltung an der Kurt-Schumacher-Schule in Karben stattgefunden.

Als die Modellregion im Sommer 2013 startete, war es Ziel die stationären Fördersysteme zugunsten von inklusivem Unterricht abzubauen und die Anzahl der Schulen zu erhöhen, die einen fortgeschrittenen Entwicklungsstand bezüglich der Umsetzung von Inklusion haben. Die Projektverantwortlichen von Hessischem Kultusministerium, Staatlichem Schulamt und dem Wetteraukreis als Schulträger waren sich bei der Abschlussveranstaltung einig: „Das Ziel wurde erreicht, gemeinsam soll aber auch nach der Modellregion weiter an der Inklusion gearbeitet werden.“

„Die Erfahrungen, die hier gesammelt wurden, sind unglaublich wertvoll. Sie haben echte Pionierarbeit geleistet“, sagte der Hessische Kultusminister Lorz in seiner Begrüßung an die Adresse des Schulträgers und der beteiligten Schulen.

Auch Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Jan Weckler zog eine positive Bilanz. Er betonte: „Das Thema Inklusion wird uns auch weiter beschäftigen. Selbstverständlich muss Menschen mit Beeinträchtigung die inklusive Teilhabe an unserer Gesellschaft ermöglicht werden. Das gilt gerade auch für die Schule“. Mit der nun ablaufenden Modellregion sei das im Hessischen Schulgesetz verankerte Wahlrecht der Eltern Realität geworden. Eltern von Schülern mit Beeinträchtigungen haben die Wahl, ob ihr Kind an die Regelschule oder eine Förderschule geht. Obwohl klassische Förderschulen aktuell weniger werden, könne nicht auf sie verzichtet werden, beide Angebote sollten vorgehalten werden, betonte Weckler in seiner Begrüßungsrede.

1,6 Millionen Euro Investitionsmittel für inklusive Baumaßnahmen

Weckler stellt außerdem die erheblichen Mittel heraus, die von Seiten des Wetteraukreises in den vergangenen Jahren eingesetzt wurden. Für die regionalen Beratungs- und Förderzentren (rBFZs)wurden insgesamt 100.000 Euro an zusätzlichen Betriebsmitteln sowie 200.000 Euro für Einrichtung und Projekte wie behindertengerechte PCs und Spielgeräte bereitgestellt. Insgesamt rund 1,6 Millionen Euro wurden für Baumaßnahmen wie Aufzüge, Büros für die zusätzlichen Lehrkräfte sowie behindertengerechte WC-Anlagen an Wetterauer Schulen vorgehalten.

„Im Wetteraukreis wird Inklusion auch in Zukunft bei Bauprojekten automatisch mit berücksichtigt. Dies betrifft neben den benötigten Flächen auch Maßnahmen in den Bereichen Akustik oder Beleuchtung. Auch eine Entbürokratisierung der Anträge für zusätzliche sächliche Ausstattung ist bereits umgesetzt. Die Anträge können zukünftig direkt von den Schulleitungen an die zuständigen Fachdienste gestellt werden, ohne vorher beim Staatlichen Schulamt überprüft zu werden“, so Jan Weckler.

Planungen für die Zukunft laufen auf Hochtouren

Damit es auch zukünftig weiter mit schnellen Schritten in der schulischen Inklusion vorangeht, übergab Weckler symbolisch einen Testkoffer mit Material zur Unterstützung von Diagnosen im Wert von rund 16.000 Euro an die Schulleiter der regionalen Beratungs- und Förderzentren. Die sogenannte K_ABC sei ein wichtiges Verfahren zur Diagnose und bei der Beurteilung der individuellen Stärken und Schwächen der Kinder. Jedes der regionalen Beratungs- und Förderzentren erhält zwei Koffer vom Wetteraukreis.

Auf die erhebliche Zahl der Teilhabeassistenzen ging die Wetterauer Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch ein: „Die Zahl hat sich seit dem Start des Projektes von 221 auf aktuell 440 Teilhabeassistenzen verdoppelt, mit steigender Tendenz.“ Becker-Bösch kündigte an, Teilhabeassistenten auch für mehrere Kinder zu nutzen.

Simone Schestakoff, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Soziales der Kreisverwaltung, betonte als Ziel der Teilhabeassistenzen „die Sicherstellung einer angemessenen Schulbildung, möglichst mit Schulabschluss sowie eine Vorbereitung auf weiterführende Schulen“. Auffällig sei dabei die starke Zunahme von Teilhabeassistenzen für Kinder mit psychischen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten.

Bilanz und Ausblick der Modellregion wurde auch von Schulamtsleiterin Dr. Rosemarie zur Heiden und Frank Neubauer, Leiter des Fachbereichs Bildung und Gebäudewirtschaft, gezogen. Neubauer betonte, dass für differenzierte Unterrichtssequenzen neben BFZ-Büros auch weitere Förderräume in der Fläche, abhängig von Schulform und -größe, notwendig seien.

Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Jan Weckler hob abschließend hervor: „Vieles von dem, was wir in die Vereinbarung zur Modellregion aufgenommen haben, was damals noch neu war, das ist heute Standard. Wir haben vor anderen einen Stand erreicht, der heute flächendeckend für Hessen als Wegweiser, als Zielmarke gilt“.

veröffentlicht am: 19.02.2018

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