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Weckler eröffnet Ausstellung mit Werken von Joerg Eyfferth

Landrat Jan Weckler zusammen mit Joerg Eyfferth bei der Ausstellungseröffnung.

Unter dem Titel „Stillleben“ ist noch bis zum 2. August im Friedberger Kreishaus eine Ausstellung mit Bildern von Joerg Eyfferth zu sehen. Der Hanauer Künstler hat sich auf Stillleben spezialisiert, und genauso heißt ganz schlicht die Ausstellung mit 20 zum Teil großformatigen Werken.

Landrat Jan Weckler hob in seiner Begrüßung die Räumlichkeiten im Gebäude A der Kreisverwaltung am Friedberger Europaplatz hervor. „Das Ambiente hier eignet sich wie kein anderes für Ausstellungen.“ Gerade die großformatigen Bilder von Öffnet externen Link in neuem FensterJörg Eyfferth brauchen den Abstand zum Betrachter.

Die Blütezeit der Stillleben-Malerei lag im 17. und 18. Jahrhundert. Vor allem waren es die holländischen Meister, die sich gegenseitig zu übertreffen versuchten. Im späten 19. und 20. Jahrhundert war die Stillleben-Malerei vor allem mit Namen wie Paul Cézanne, Max Beckmann, Paula Modersohn-Becker oder auch Horst Janssen verbunden.

Joerg Eyfferth freilich hat sich auf die fotorealistische Stillleben-Malerei spezialisiert. Dabei kommt es ihm weniger auf üppig gefüllte Tische und Teller an, sondern mehr auf Spiegelungen und Lichteffekte. Das Besondere an der Stillleben-Malerei und insbesondere ihrer größten Meister, wie etwa Jan Breughel, war, dass sie in die Objekte Spiegelungen eingebaut haben und somit die Räume vergrößerten. Bei Joerg Eyfferth sind die Räume nicht so voll gestellt. Es sind nur wenige Objekte zu sehen, manchmal nur ein Glas.

Das erste Bild, das die Besucherinnen und Besucher im Friedberger Kreishaus (Gebäude A, Erstes Obergeschoss) empfängt, sind drei Gläser und eine chromglänzende Tasse, hinter denen ein gestreiftes Tuch drapiert ist. Man ist immer wieder versucht, in den Spiegelungen noch etwas zu sehen. In dem obengenannten Bild etwa meint man, eine Straßenallee zu sehen, bunte flirrende Farben, die sich in den Gläsern spiegeln, dazu die Objekte, die sich wiederum gegenseitig spiegeln. Man versucht, das Geheimnis der Situation zu erkennen, in der das Bild entstanden ist. Hinzu kommt die große technische Meisterschaft von Joerg Eyfferth, der das gestreifte Tuch in seinem Faltenwurf detailgetreu abbildet und in den Verzerrungen und Spiegelungen in den Gläsern selbst noch bis ins kleinste Detail darstellt.

Kinderspielzeug zu Kunstobjekten geadelt

Das Lieblingsbild von Joerg Eyfferth ist ein Sektglas aus den 60er Jahren, in dessen Spiegelungen die Betrachterinnen und Betrachter eine ganze Welt erkennen können. Punkte und Vierecke erinnern an Friedensreich Hundertwasser.

Ein gern gemaltes Objekt von Joerg Eyfferth sind Glasmurmeln. Das beliebte Kinderspielzeug wird so zum Kunstobjekt geadelt. Ein Sammelgefäß voller Glasmurmeln hat Eyfferth fasziniert. „Bei dem Deckel habe ich farblich maßlos übertrieben“, erläutert der Hanauer Künstler und zeigt auf die feinen Streifen im Stil von Murano Glas. „Das ist eine Farbexplosion geworden, die der Realität eigentlich nicht mehr entspricht.“

„Ich bin fasziniert von dem, was ich sehe, was mich umgibt und stelle mir dabei immer die Frage, ob das ‚bildwürdig‘ ist. Im Grunde sind die Stillleben, wie etwa Gläser oder ein Flaschenhals, nichts anderes als ein Porträt, zumindest ist es genauso aufgebaut“, erklärt Eyfferth.

Mord im Museum

Ältere Besucherinnen und Besucher der Ausstellung werden sich an Limonadenflaschen mit einem Bügelverschluss erinnern. Der Verschluss war aus Porzellan und mit Gummi abgedichtet. In manchen Bildern erzählt Joerg Eyfferth auch eine Geschichte. So etwa wie in den beiden Bildern einer silbernen Obstschale. Eines davon heißt ‚Mord im Museum‘. Bei genauerem Hinsehen sieht man in der Spiegelung der Schale ein Gesicht und noch undeutlicher eine offene Tür, durch die ein Mensch den Raum verlässt. Wer ist der Mörder? Wer ist das Opfer? Gibt es Zeugen? Die Antwort können sich die Betrachterinnen und Betrachter selber geben.

Vollends verwirrt werden die Sinne, wenn Eyfferth Spiegelungen in Kugeln malt. Die werden nämlich nicht nur seitenverkehrt, sondern auch auf dem Kopf dargestellt. Dazu kommen noch Verzerrungen und Verschiebungen, Lichtimpulse und Objekte, die gar nicht in das Bild hinein gehören, die es immer schwerer, aber auch interessanter machen, etwas Konkretes in dem Bild zu erkennen.

Mit Anekdoten über seinen eigenen Werdegang und die Entstehung der Bilder führte der Künstler selbst in die Ausstellung ein. Schon als Kind habe er viel gemalt und sich für die Spiegelungen des Wassers in einem Bachlauf begeistert. Zur Stillleben-Malerei sei er gekommen als er nach einem künstlerischen Neuanfang in der Küche gesessen und einfach losgemalt habe. „Mich begeistert die Ästhetik der Objekte“, sagt Eyfferth. Diese Ästhetik einzufangen, das gelingt dem Künstler auf ganz wunderbare Weise.

Die Ausstellungseröffnung wurde vom Flötenensemble „Flauto Vivo“ unter Leitung von Sabine Dreier musikalisch umrahmt.

Die Ausstellung ist in der ‚Galerie im Kreishaus‘, erstes Obergeschoss (Gebäude A), noch bis Freitag, 2. August 2019, während der Öffnungszeiten, montags bis mittwochs, von 7:30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr, zu sehen.

veröffentlicht am: 29.05.2019

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