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Gederner Backhaus mit Forellenbrunnen soll mit EU-Mitteln saniert werden

Andreas Betz, Stadt Gedern, Horst Morkel, Backhausgemeinschaft, Bürgermeister Guido Kempel, Landrat Jan Weckler, Angelina Fernando, und Bernd-Uwe Domes, beide Wirtschaftsförderung Wetterau.

Das Backhaus in der Lauterbacher Straße in Gedern und der in unmittelbarer Nähe gelegene Forellenbrunnen sollen grundhaft saniert werden. Damit soll das Bauwerk aus dem Jahre 1826 als „Gebäude der ländlichen Kultur mit ortsgeschichtlicher Bedeutung“ erhalten und in seiner Funktion wieder nutzbar gemacht werden. Landrat Jan Weckler hat dieser Tage den Bewilligungsbescheid über einen Zuschuss von knapp 33.000 Euro überbracht.

Der in unmittelbarer Nähe gelegene Forellenbrunnen, der anlässlich der Erhebung Gederns zum Luftkurort 1963 errichtet wurde, bedarf ebenfalls der Grundsanierung. Insgesamt soll mit den beiden Baumaßnahmen der kleine Platz an der Einmündung der Marktgasse auf die Lauterbacher Straße aufgewertet werden.

Das Backhaus mit dem Forellenbrunnen ist ein Wahrzeichen von Gedern und weit über die Region hinaus bekannt. Beides sind neben dem Schlossareal und dem Campingpark am Gederner See ein bedeutender Bestandteil des touristischen Angebots und kulturellen Lebens in Gedern.

Vereinskultur und Ortsgemeinschaft stärken

„Mit der Sanierung wollen wir die Vereinskultur und die Ortsgemeinschaft stärken und erhalten. Besonders die Backhausgemeinschaft, die seit fast zwei Jahrhunderten alte Bräuche und Werte weiterführt, sie Besucherinnen und Besuchern zeigt und vermittelt, soll damit gestärkt werden“, betont Bürgermeister Guido Kempel.

Das gemeinsame Backen soll als altes Gederner Brauchtum durch die Backgemeinschaft erhalten und an Kinder und junge Menschen weitergereicht werden. Der direkte Kontakt mit den Rohstoffen und die Verarbeitung mit den eigenen Händen zu einem unverzichtbaren Lebensmittel kann Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit an das zeitlich noch gar nicht so lange zurückliegende traditionelle Backhandwerk erinnern, das häufig von jeder Familie selbst ausgeführt wurde. Damit kann auch die Wertschätzung für die Produkte der regionalen Backkunst steigen, die offenkundig immer mehr verlorengeht, da das Bäckerhandwerk immer mehr Kundschaft an Discounter verliert.

Das Backhaus könne auch von den Kindertagesstätten sowie der Grund- und Gesamtschule für Brotbackaktionen genutzt werden. Zudem sollen Vereine und auch Besuchergruppen die Möglichkeit erhalten, in Backkursen die alte Tradition kennenzulernen und weiterzuführen.

Besonders gut lassen sich Aktionen am Backhaus in Traditionsveranstaltungen, wie etwa den „Gederner Gasse-Määrt“ oder die „Gederner Kirb“ integrieren. Bei Stadtführungen kann das Backhaus als wichtiger Bestandteil des Lebens und der Daseinsversorgung der vergangenen Jahrhunderte anschaulich dargestellt werden. Der benachbarte Forellenbrunnen als eines der Wahrzeichen von Gedern stellt eine plastische Verbindung zu den früheren Herrschaftsverhältnissen in der feudalen Zeit her.

Landrat Jan Weckler lobte das Projekt als gutes Beispiel für die Verknüpfung mehrerer Ziele. So ist eine enge Zusammenarbeit mit der Region Vogelsberg Touristik geplant, genauso mit der TourismusRegion Wetterau, die ein reichhaltiges Angebot im Bereich „Genuss“, wie etwa dem Wetterauer Landgenuss, bereithält. Hier ließen sich bestehende Angebote hervorragend verknüpfen, etwa mit den Lamm- und Wildwochen, aber auch die Vermarktung über die Region werde mit diesen Partnern verbessert.

Mittel aus dem LEADER-Programm

Möglich wird die Unterstützung durch Mittel aus dem Europäischen LEADER-Programm zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Für die Förderperiode 2014 bis 2020 sind 17 Wetterauer Kommunen als LEADER-Region Wetterau / Oberhessen anerkannt (Altenstadt, Büdingen, Butzbach, Echzell, Florstadt, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Münzenberg, Nidda, Ortenberg, Ranstadt, Reichelsheim, Rockenberg und Wölfersheim). In diesem Zeitraum stehen Mittel in einem Volumen von rund 2,1 Millionen Euro zur Verfügung, die im Wesentlichen von der Europäischen Union bereitgestellt werden. Ergänzt werden diese Mittel durch geringe Anteile des Bundes und des Landes.

Basis für die Anerkennung als LEADER-Region war das im Jahre 2014 in einem mehrmonatigen Beteiligungsprozess erarbeitete Regionale Entwicklungskonzept (REK), das nun umgesetzt wird. Über Projekte, die mit Hilfe dieses Förderprogramms in der Region realisiert werden, entscheidet ein 22-köpfiges ehrenamtliches Gremium aus Wirtschaft, Verbänden, Vereinen und Politik.

veröffentlicht am: 03.08.2018

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