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Abwechslungsreicher als gedacht – Patrick Baier ist Controller

Auch beim Controlling geht alles mit rechten Dingen zu. Patrick Baier und seine täglichen Begleiter: Vorschriften und Gesetze.

In den nächsten zehn Jahren werden 40 Prozent der derzeit Beschäftigten der Kreisverwaltung in den Ruhestand treten. „Damit der öffentliche Dienst auch in Zukunft leistungsfähig ist, suchen wir dauernd nach geeigneten Nachwuchskräften, die in diese Lücke stoßen“, sagt Joachim Arnold, Landrat des Wetteraukreises und Personaldezernent der Kreisverwaltung. „Die Arbeit bei uns ist keineswegs so trocken, wie viele junge Leute meinen. Im Gegenteil. Wir haben vielfältige Jobs für vielfältige Menschen“, sagt Arnold.

Analytisches Denken, selbständiges und am Ergebnis orientiertes Arbeiten sind Fähigkeiten, die Mann oder Frau mitbringen müssen, wenn sie den Job von Patrick Baier machen wollen. Von 2008 bis 2011 absolvierte er beim Wetteraukreis das duale Studium zum Diplom-Verwaltungswirt und ist seit 2011 im Fachdienst Controlling beschäftigt: „Um die Aufgaben bei uns im Fachdienst adäquat erfüllen zu können braucht es Interesse an Betriebswirtschaftslehre, öffentlichen Finanzen und Kommunalrecht“, beschreibt er. Was sich bei dieser trockenen Tätigkeitsbeschreibung nicht vermuten ließe: Der 33jährige Diplom-Verwaltungswirt geht gerne mit Menschen um und ist in seinem Fachdienst für die Ausbildung des Verwaltungsnachwuchses zuständig. “Es macht mir Spaß, jungen Menschen Wissen zu vermitteln.“

Worum geht es beim Controlling? Stellt man sich den Wetteraukreis als großen Tanker vor, dann kümmert sich die Finanzabteilung um Einnahmen und Ausgaben – quasi um den Brennstoff, damit der Tanker in Bewegung bleibt. Die Revision prüft, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Das Controlling begleitet den Kurs des Tankers nach den Vorgaben der Kreisspitze, die auf der Kommandobrücke steht und steuert: Wird das Geld wirtschaftlich eingesetzt? Welche Verwaltungsabläufe könnte man noch besser strukturieren? Welche Aufgaben erledigen Einrichtungen außerhalb der Verwaltung besser? Unter welchen Voraussetzungen darf sich der Wetteraukreis an einem Unternehmen, einer Firma beteiligen?

Abwechslung statt langer Zahlenkolonnen

„Es gibt im Controlling kaum Routineaufgaben, das Gebiet ist vielfältig und breit gefächert“, sagt Baier, der in den Bereichen Finanz- und Beteiligungscontrolling tätig ist. Letzteres teilt er sich mit seiner Kollegin Kerstin Oschmann. „Es ist abwechslungsreicher als es allgemein vermutet wird. Man sitzt nicht den ganzen Tag stumpf vor dem PC und wertet Zahlenkolonnen aus, wobei Auswertungen natürlich zum beruflichen Alltag dazu gehören, aber sie bestimmen ihn nicht“, schildert Patrick Baier. Der Fachdienst Controlling ist für die gesamte Kreisverwaltung zuständig. Daneben haben aber die einzelnen Verwaltungseinheiten auch noch eigene Controller. „Mit diesen Kollegen bin ich in regelmäßigem Austausch.“

Der Wetteraukreis hat viele Beteiligungen an Unternehmen und Verbänden und so muss sich Patrick Baier auch mit Handelsrecht, Gesellschaftsrecht und Kommunalrecht auseinandersetzen. Stehen Kosten und Nutzen in einem guten Verhältnis, läuft die finanzielle Entwicklung aus dem Ruder? Sind Gesellschaftsverträge rechtlich anzupassen? „Wir lesen Sitzungsunterlagen, prüfen und geben Handlungsempfehlungen. Wir informieren die Kreisgremien über Geschäftslage und Entwicklung der Unternehmen in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht.“ Kurz gesagt: Die Revision blickt in die Vergangenheit, das Controlling auf die Entwicklung, darauf wohin die Reise geht. „Wir schauen in der Vogelperspektive auf die Verwaltung“, greift Baier das Bild auf.

Und die Freizeit? Der Controller Patrick Baier liebt seinen Garten, er joggt, geht gern wandern, ist kommunalpolitisch aktiv und ist Vorstandmitglied bei der AWO.

veröffentlicht am: 27.07.2017

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